DAK-Ausschreibung Stomaartikel

Die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) hat am 3.11.2017 eine Ausschreibung der DAK Gesundheit mit Stomaartikeln veröffentlicht https://www.dak.de/dak/unternehmen/ausschreibungen-1313524.html.


 

Ausschnitt Email an A. Rempter
Martina Jäger
Geschäftsstellenleiterin
Deutsche ILCO e.V. – Bundesgeschäftsstelle

„… Wir haben in den letzten Tagen auch von der DAK-Ausschreibung erfahren. Wir hatten damals nach der Gesetzesänderung schon darauf hingewiesen, dass wir zwar erreicht hatten, dass eine Versorgung, die einer besonderen Beratung bedarf, nicht ausgeschrieben werden darf, allerdings auch schon darauf angedeutet, dass wir beobachten müssen, ob die Krankenkassen die Stomaversorgung dieser Kategorie zuordnen.
Wie man sieht, sieht es die DAK nicht so. Seitens des Bundesverbandes wurde schon im September ein Gespräch mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkasse geführt, allerdings noch nicht mit Ergebnissen, die präsentiert werden können.“

siehe auch…
Ausschreibung in den Projektgruppen 15, 29
Verabschiedung Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes


 

BVMed-Pressemeldung: BVMed: „Stoma-Ausschreibungen verstoßen gegen das Gesetz“

Ausschnitt Email an A. Rempter
Gabriele Meyer
SaniPlus GmbH und Co. KG“…ergänzend zu unserem Telefonat wegen der DAK Ausschreibung leite ich Ihnen den Pressetext des BV Med weiter.Vermutlich werden die Krankenkassen davon nicht sonderlich beeindruckt sein!”

 

BVMed: „Stoma-Ausschreibungen verstoßen gegen das Gesetz“

Hilfsmittel-Versorgung

14.11.2017|83/17|Berlin|

© BVMed

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat die Ausschreibungen mehrerer gesetzlicher Krankenkassen von Stoma-Versorgungen kritisiert. Die Ausschreibung von Hilfsmittel-Versorgungen mit hohem Dienstleistungsanteil verstoße gegen das Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetz (HHVG), das im April 2017 in Kraft trat, und gefährde die Versorgungsqualität von Stoma-Patienten, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.
Die Krankenkassen ignorierten mit dem Vorgehen die Vorgabe des Gesetzes, das Ausschreibungen nicht mehr zulässt, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Diese gesetzliche Vorgabe treffe in jedem Fall auf Patienten zu, die auf Stoma-Hilfsmittel angewiesen seien, so der BVMed. Deshalb sei deren Versorgung aus Sicht des BVMed eindeutig nicht ausschreibungsfähig. Nach allen bisherigen Erfahrungen mit Ausschreibungen sei von einer erheblichen Verschlechterung der Versorgung für Stoma-Patienten auszugehen.
„Ausschreibungen im Bereich der Versorgung von Patienten mit künstlichem Darmausgang widersprechen nicht nur dem Willen des Gesetzgebers, sondern gefährden auch die Lebensqualität der Betroffenen“, so der BVMed. Denn die Versorgung von Patienten mit einem künstlichen Darmausgang betrifft einen sehr sensiblen Bereich und erfordert eine individuelle Beratung und Anleitung der Patienten. Die richtige Auswahl, Anpassung und das Erklären der Handhabung sind sehr beratungsintensiv. Da sich die Krankheitsbilder individuell unterscheiden und ändern, muss die Hilfsmittel-Versorgung regelmäßig angepasst werden. Eine streng standardisierte Versorgung, wie sie für die Vergabe über Ausschreibungen vorausgesetzt wird, entspricht daher nicht den Lebensbedürfnissen der Patienten. Wenn die Versorgung nicht individuell zugeschnitten wird, erhöht sich das Gesundheitsrisiko der Betroffenen.
Die Politik sollte nach Ansicht des BVMed solchen Versuchen von Krankenkassen, die positiven Absichten des HHVG zu unterlaufen, entschieden entgegentreten.

siehe auch …

https://www.bvmed.de/